Archiv für den Monat Dezember 2010

The Influencers – oder: Wie Trends und Kreativität ansteckend werden

Bitte je nach Gusto eine Tasse Kaffee oder Tee kochen und sich dann die Viertelstunde Zeit nehmen, um sich folgende, kleine, feine Dokumentation anzusehen:

Wenn es heute darum geht, Botschaften gleich welcher Art zu verbreiten, dann wissen wir, dass dies am besten viral passiert – nicht zufällig wird in der Dokumentation Malcolm Gladwell zititert, der in seinem Buch „Tipping Point“ genau diese Vorgänge beschrieben hat.

Doch wer sind die Menschen, die diesen Virus in sich tragen – und in welchen Gruppen verbreitet er sich am ehesten? Es sind die „Influencer“. Die anderen „listen to what they say“ und sie sind dadurch in der Lage „to change markets“ – es sind also wiederum Gespräche, die Trends in die Welt setzen.

Für Marken heißt es, wie im Film erwähnt, ihr Konzept der Einflußnahme komplett zu überdenken. Marken können Trends nicht mehr gesteuert entstehen lassen, sondern sind ebenso darauf angewiesen, den „Influencers“ zuzuhören.

Nur: Natürlich lassen sich die „großen“ Trendsetter leicht ausmachen, aber sind wir nicht alle in unseren kleinen Gruppen „Influencer“? Lässt sich das für Firmen überhaupt noch überblicken? Erreichen Botschaften durch die Atomisierung der Märkte überhaupt noch ihre Adressaten? Im Film heißt es, dass Marken eine „true partnership“ zu ihren Konsumenten und Käufern aufbauen müssen; die Frage, wie dies passieren soll, wird leider nicht beantwortet.

Das schmälert natürlich nicht den Wert und das Vergnügen an dieser wirklich schön gemachten Dokumentation.

An dieser Stelle sei auf den lesenwerten Blog „detailverliebt“ hingewiesen, dem ich dieses Fundstück zu verdanken habe!

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talketing: Worüber wird eigentlich gesprochen?

Wenn wir Gesprächen Raum geben wollen, sie gestalten oder moderieren möchten, so stellt sich zuerst die Frage, worüber eigentlich gesprochen wird. Studien zeigen, nicht wirklich überraschend, dass vor allem über außergewöhnliche oder überraschende Ereignisse geredet wird:

1. Exklusivität
Einzigartigkeit bringt Aufmerksamkeit. Und manchmal zieht auch hier das alte „erste Gebot im Marketing“ von Ries/Trout: „Seien Sie Erster!“ Exklusivität heisst aber auch, Inhalte zu verknappen und sie nur Ausgewählten zur Verfügung zu stellen, denn: Verknappung macht attraktiv.

2. Außergewöhnliches
Alltägliches ist uns zu banal – wir kennen das von Twitter. Wer nur schriebt, wie er sich seinen Kaffee kocht, ihn zuckert und dann trinkt, wird schnell wieder entfollowt.

„Schräge“ Aktionen allerdings bringen uns zum Reden:

3. Service
Nicht klassische Werbeangebote interessieren die Menschen, sondern auch hier ist es eher das Besondere, das zu Gesprächen führt. Service, der überrascht, der unsere Erwartungen übertrifft (und nicht nur erfüllt, denn das ist eine Mindestanforderung!) – aber auch besonders mieser Service…. es gibt ja nicht nur gute Gespräche….

4. Andersartigkeit
Bestes Beispiel: das Berliner Kochhaus. Kein weiteres Feinkostgeschäft, sondern ein „begehbares Kochbuch“:

5. Überraschungen
Überraschungen unterbrechen unsere Denkschemata und aktivieren so unsere Aufmerksamkeit. Nur: Damit dieser Effekt sinnvoll eingesetzt werden kann, sollte stets eine zentrale Aussage hinter der Überraschung stehen – sonst verpufft sie schnell und wir zur Luftnummer.

6. Guter Zweck
Was ist den Menschen wichtig? In erster Linie sie sich selbst – aber danach folgen Ideale, Prinzipien und andere Menschen. Neben dem Eigeninteressen haben wir alle unterschiedliche Gruppeninteressen – und auch die regen uns zu Gesprächen an – die es bis ins Radio schaffen…

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