Fundstück „Manipulation“

„Viel weiter sind wir heute allerdings auch nicht gekommen. Unternehmen und Organisationen, die Events – also Feste – für Kunden und Mitarbeiter organisieren, um in Erwartung einer späteren Gegengabe etwas zu spendieren, gelten als heimtückisch. Beteiligen sich Firmen an großen Veranstaltungen, als Sponsor beispielsweise, gilt bei einigen Zeitgenossen gleich die ganze Sache als „gekauft“.Manipulation, was sonst? Nur: Manipulation heißt ursprünglich auch nichts anderes als Handreichung, die nötig ist, wenn man tauscht. Im Lichte der ideologischen Verzerrung aber ist es heute so: Gibt man jemandem etwas, weil man erwartet, dass er seinerseits etwas abzugeben bereit ist – dann ist das zum sittlichen oder ökonomischen Nachteil des Beschenkten. Und derjenige, der zuerst gab, ist ein Schuft.Genährt wird solcher Unfug freilich auch von Betriebswirten und Marketingleuten selbst. Sie ordnen die Event-Marketingmaßnahmen den sogenannten „Below the line“-Techniken zu. Hier horchen Seeleute und Alarmisten gleichermaßen auf. Unterhalb der Linie – das meint unterhalb der Wasserlinie. Bei Schiffen ist das der Bereich, der im Dunklen liegt. Oberhalb dieser Linie siedeln die Marketingleute die klassischen Kommunikationsinstrumente an. Sie sind klar erkennbar und transparent, wie Werbung, PR & Co.“

viabrand eins Online: „Die Überraschung“ – brand eins 02/2011 – SCHWERPUNKT: MARKETING/EVENT.

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