Archiv für den Monat Juli 2011

Das Leben ist doch ein (rosa) Ponyhof!

Im Rahmen von talketing habe ich ja schon mehrere Videos vorgestellt, sogenannte „case studies“ von Guerilla-Marketing- oder viralen Kampagnen. Allen gemeinsam ist die Form: Es wird ein Ziel formuliert, die Umsetzung präsentiert und stolz die zumeist grandiosen Ergebnisse gezeigt. Diese Art und Weise ist bedingt durch die Wettbewerbe, bei denen diese Kampagnen eingereicht und auch prämiert werden; mittlerweile ist sie den regelmäßigen talketing-Leser vertraut.

Auch das folgende Beispiel orientiert sich an dieser Technik, nur der Inhalt erscheint ein wenig ungewöhnlich:

Was auf den ersten Blick wie eine gut gemachte Persiflage aussieht, ist doch Werbung; raffiniertes talketing, das eine vertraute Form kidnappt und für sich verwendet.

Aber Hand auf’s Herz: Kann es denn überhaupt ein wichtigeres Projekt als den Geburtstag seiner Tochter geben? 🙂

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der erste Social Media Horror Movie: The Inside Experience

Am 25. Juli geht es los: „Inside“ wird starten, ein interaktiver Film, der Facebooker und Twitterer in die Story mit einbezieht. Hier schon einmal der spooky Trailer:

Die Story ist nun nicht wirklich neu: Hübsches Mädel wird entführt und findet sich eingesperrt  in einem Verlies wieder, wo ihr der Entführer freundlicherweise einen Laptop mit Internetanschluss zur Verfügung gestellt hat. Sie sucht nun via Social Media nach Tipps und Hinweisen, wie sie entkommen kann – und jeder Facebooker und Twitterer kann helfen – in real time. Die besten Tipps werden dann in die Handlung eingebunden, denn der Film wird in Episoden gesendet.

Der Laptop ist dabei nicht zufälligerweise ein Toshiba-Modell, denn Toshiba und Intel präsentieren dieses Projekt, wie man der Website „The Inside Experience“ entnehmen kann. Dort gibt es übrigens auch die Möglichkeit, sich online für eine kleine Rolle in einer der kommenden Folgen casten lassen…

Die Macher selbst beschreiben „Inside“ als ein Social Film Experience, das von DJ Caruso, dem Regisseur von „Disturbia“, umgesetzt wird. Ob dieses Experiment gelingen und ob es Toshiba und Intel etwas bringen wird, wird sich zeigen müssen. Ab 25. Juli heißt es nun zunächst einmal: See you inside!

 

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Klassisches Ambient-Guerilla-Viralmarketing?!

Besonders gelungen sind ja Aktionen, die sich jeder Kategorisierung entziehen:

 

Ist sie klassisch (Plakatierung)? Oder doch ambient (Verteilung im Stadtgebiet)? Guerilla (aktionsbetont)? Oder viral? Sie ist alles auf einmal! Wir brauchen also eine neue Marketing-Schublade… 🙂

Unterm Strich eine sehr schöne, aufmerksamkeitsstarke Aktion!

 

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We are all workers

we are all workers

Auf den ersten Blick scheint es sich hier um die übliche Jeans-Reklame zu handeln: Die Hose des Arbeiters, robust und widerstandsfähig und – zumindest wenn es eine Levi’s ist – kein modisches Chichi.

Neben coolen Plakaten noch einen schönen, schwer pathetischen Werbespot – Jeans wollen ja auch verkauft werden…

 

Doch es lohnt der 2. Blick, denn Levi’s hat hier ein großes, sehenswertes Projekt gestemmt. Braddock in Pennsylvania ist nach der Pleite seiner Stahlfabriken eine verfallene, sterbende Stadt. Die jungen Leute wandern aus, es fehlt das Geld, öffentliche Gebäude zu sanieren und viel schlimmer, es fehlt jegliche Hoffnung.

Levi’s, durchaus geschichtsbewusst, entsandte neue, urbane Pioniere, die Braddock beim Wiederaufbau helfen sollten:

Sieht immer noch nach Werbung aus – aber nicht mehr so schlimm 🙂

Unendlich viel spannender und berührender ist jedoch die 11teilige Dokumentation dieser Arbeit und der Bürger von Braddock, die durch diese Aktion wieder neue Hoffnung schöpfen. Bei aller Absicht von Levi’s, Hosen zu verkaufen, so ist diese Aktion doch ehrlicher und authetischer als vieles vergleichbares, was ich bisher gesehen habe.

Es geht hier um einen ur-amerikanischen Mythos, und der damit verbundere Pathos mag uns manchmal befremdlich erscheinen; es lohnt sich jedoch sehr, sich die Zeit zu nehmen, um sich die 11 Folgen bei youtube anzusehen.

Die mediale Auferksamkeit hat sich, neben dem „Ausschlachten“ für eigene Werbezwecke, für Levi’s gelohnt, dennoch haben sie auch die Glaubwürdigkeit ihres Markenkerns stark aufgeladen – und was wirklich Gutes getan.

 

 

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