Archiv für den Monat Oktober 2011

Provokation – der heilsame Schock

Man muss das Gesagte nicht immer verstehen, denn hier wird mit einem starken Bild gearbeitet – und provoziert:

 

Der verhasste alte Machthaber erscheint wieder im Straßenbild – und ist doch nur eine gut inszenierte Warnung davor, wie schnell eine Diktatur zurückkommen kann.

„talketing“ für freie Wahlen – effektvoll umgesetzt!

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PR 2.0: Wiesenhof-Chef kocht Bloggerin

Upsi, da hab ich doch glatt das „mit“ vergessen: „Wiesenhof-Chef kocht mit Bloggerin“… naja egal, was tut man nicht alles für die Aufmerksamkeit…

Ungewöhnliches ist passiert – und ich muss an dieser Stelle voraus schicken, dass es im folgenden NICHT um die Zustände bei der Firma Wiesenhof geht. Da habe ich meine ganz eigene Meinung dazu – und jeder möge sich seine bilden. Aber der Hähnchen-Betrieb „Wiesenhof“ steht schon geraume Zeit in der Kritik, nicht erst seit der Ausstrahlung der ARD-Reportage Ende August.

Dann stolperte ich jedoch in der Marketing-Zeitschrift  w&v über die Meldung, dass Wiesenhof-Chef Paul-Heinz Wesjohann sich mit der Bloggerin Sina Trinkwalder zum Kochen getroffen hat. Das wäre nun nicht ganz so weltbewegend, hätte Trinkwalder nicht im Rahmen ihres Blogs „manomama“ zuvor einen offenen Brief an Wiesenhof und Wesjohann veröffentlicht:

„Darf ich ehrlich sein? Ich bekam Mitleid. Da sitzt ein erfahrener, alter Unternehmer, und das darf man bei 50 Jahren Hühnerengagement sicherlich sagen, auf einem hölzernen Stuhl – und zeigt vor laufender Kamera, was am Ende herauskommt, wenn man jahrelang neokapitalistisch und rein wachstumsorientiert wirtschaftet: Sie haben Ihre Zahlen im Griff. Ihren Laden, so scheint es, längst nicht mehr. Und die von Ihnen propagierten Werte stecken tief in der – richtig, Hühnerkacke.“

Natürlich wurde dieser Blog-Eintrag diskutiert und kommentiert, doch auf einmal tauchte dort folgender Kommentar auf:

Sehr geehrte Frau Trinkwalder,
vielen Dank für Ihren offenen Brief, den ich eben gelesen habe. Ich sehe die Dinge erfahrungsgemäß anders als Sie. Ich habe einen Vorschlag, da ich weniger häufig Blogkommentare schreibe: Lernen Sie uns kennen und urteilen Sie selbst über Tierhaltung, Arbeitsbedingungen und die Menschen bei Wiesenhof. Egal ob bei Ihnen in Bayern oder hier in Niedersachsen.

Herzliche Grüße
Paul-Heinz Wesjohann

Und in der Tat, die beiden trafen sich, kochten miteinander und tauschten sich lange über Aufzucht und Haltung von Hühner aus:

 

Sina Trinkwalder ist als „etablierte“ Bloggerin über den Vorwurf erhaben, sie habe sich hier vor den Karren der Wiesenhof-PR spannen lassen. Bemerkenswert finde ich vielmehr, dass hier der Chef selbst (anscheinend – vielleicht kam der Kommentar ja auch nur von einem PR-Mitarbeiter) Äußerungen über das Unternehmen im Social Media Bereich nicht nur mitverfolgt, sondern sich auch dazu äußert.  Und sich dann nicht der Presse stellt, sondern in der Tat sich mit der Bloggerin trifft und seinen Standpunkt äußert – natürlich wohlwissend, dass der Mitschnitt via Youtube seine Verbreitung finden wird. Die muss noch nicht einmal zahlenmäßig groß sein – es reicht aus, wenn zuvor eher ablehnend eingestellte Kritiker damit erreicht und in ihrem Denken über Wiesenhof bereichert werden.

Eine neue Qualität der Öffentlichkeitsarbeit findet hier statt: Jenseits von Pressekonferenzen und Erklärungen in den klassischen Medien macht es durchaus immer mehr Sinn, sich kleinteilig, aber zielgruppengerecht in Position zu bringen. Und natürlich darf das nicht die Aufgabe smarter und aalglatter PR-Berater sein, sondern der Chef muss eben selber ran, wenn es mit der Glaubwürdigkeit stimmen soll.

Wiesenhof wird dadurch sicherlich nicht zu einem besseren Unternehmen – aber es zeigt eine andere, menschlichere Seite. Und es zeigt, dass es nicht nur zuhört, sondern auch Stellung bezieht. Und manchmal kann die Auseinandersetzung mit einer kritischen Bloggerin sinnvoller sein als Pressevertretern…

Abschließend wirft dies nun jedoch noch die Frage auf, wo es hingeht mit den journalistischen Grundsätzen des letzten Jahrhunderts. Was zählt das Rüstzeug des gelernten „Reporters“ noch, wenn immer mehr Bereiche von Bloggern abgedeckt werden – und diese auch eine wachsende Wertschätzung von „offizieller“ Seite erfahren?

Es bleibt spannend…

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Stella Artois – der charmante Wahnsinn

Der Wahnsinn hält Einzug in die Werbung – ob Media Markt oder Müller Milch (Clips sind unten anzusehen): Es kracht, scheppert, blinkt und tutet wie verrückt.

Aufmerksamkeitsstark? Ja. Aber charmant? Eher nein.  Die belgische Biermarke „Stella Artois“ hingegen zeigt in seinen Spots schon seit Jahren auf, dass Wahnsinn nicht nur sehr stylish, sondern auch sehr fantasievoll umgesetzt werden kann:

 

Das war ja noch harmlos, aber wer möchte hier nicht gerne in den Unterricht gehen – trotz aller wörtlichen Mißverständnisse?

 

Und auch der Weihnachtsirrsinn lässt sich so viel besser ertragen:

 

Mein persönlicher Favorit ist jedoch dieser hier:

„But we are in a commercial“… 😉

So kann „schräg“ Spaß machen und auch Lust darauf, sich die Spots immer wieder anzugucken, zumal klare, kleine Geschichten erzählt werden.

Dagegen sind die beiden oben erwähnten Spots doch einfach nur laut und grell:

Da helfen selbst K.I.T.T und Barney Bear nicht mehr…

 

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Ist Social Media auch bei Ihnen schon Chefsache?

Wenn es um „talketing“ geht, dann ist Sir Richard Branson, Gründer von Virgin, stets ganz vorne mit dabei. Schon immer war Branson ein Verfechter von auffälligen Aktionen, die ihm kostenlose PR – und „fun“ brachten:

 

Branson ist jedoch auch ein sehr aktiver und mitteilsamer Twitterer, der kürzlich in einem Interview erklärte, warum Social Media für ihn wichtig ist – und warum auch andere CEOs es nutzen sollten:

„Social media overall — the comments on the blog and Facebook, Twitter — allows me to hear what people are saying on a daily level about each business and the brand, too — the good, the bad and everything in between. It’s important to take the time to listen.“

Virgin als Marke sei ohnehin naturally conversational – es wird über sie gesprochen  – und sie spricht mit ihren Kunden. Doch darüber hinaus kann die Marke sich in den Netzwerken auch Aufmerksamkeit verschaffen:

I spend a great deal of time with Virgin Unite and have seen how social media can spread awareness about how we use business as a force for good. It also allows me to share the lessons I’ve learned in business, as people are always keen to find ways to be better at what they do.

Und natürlich macht es nebenbei ja auch noch „fun„…

Wenn nun die Chefs nicht davon zu überzeugen sind, sich in den sozialen Netzwerken zu tummeln, so sollten es doch zumindest die Angestellten tun. Doch welche Regeln gilt es dabei zu beachten?

 

Am wichtigsten:

Don’t drink and tweet!(kann man ja nicht deutlich genug sagen….) 🙂

 

 

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