Schlagwort-Archive: story-telling

Kommt ’n Zombie in den Baumarkt…

Der gute alte Zombie ist momentan wieder schwer „en vogue“. Die amerikanische Baumarktkette Westlake Ace zeigt nun ein besonderes Herz für die Untoten und stellt diese ab sofort als Fachverkäufer ein. Nun gut, vorangegangen waren massive Proteste seitens der Zombies:

 

Der Druck von seiten der Öffentlichkeit nahm daraufhin zu,

 

so dass Westlake Ace reagieren musste. Doch sie haben nicht nur neue Sortimente speziell für Zombies aufgenommen, wie z.B. Werkzeuge, um abgefallene Extremitäten wieder zu befestigen, sondern sie bieten nun auch Arbeitsplätze für Untote, damit alle Zombies zukünftig optimal beraten werden können. Dafür erhielten sie dann das erste „Zombie Acceptance Certificate“

 

und endlich wieder gute Presse:

Diese wunderbare kleine Kampagne wurde von Westlake Ace eingesetzt, um junge Erwachsene ansprechen und sich in einer Zielgruppe positionieren, die sich oftmals zu ihrem gewohnten Baumarkt loyal verhält.  Westlake wollte sich zwar verjüngen, dabei aber den Markenkern (freundlicher Service und Beratung durch Experten) nicht verwässern.

Es fällt angenehm auf, dass sich der Baumarkt nicht auf eine Produktwerbung oder einen Preiskampf eingelassen hat – sondern sich für ein durchaus aufwändiges storytelling entschied – das in den Vereinigten Staaten passend zu Halloween ausgestrahlt wurde, aber auch danach noch viel Spaß macht….

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Mini wird lasterhaft – zu unserem Vergnügen

Ich habe nun ja zuletzt doch ein wenig viel rumgemäkelt, daher heute wieder ein positives Beispiel für eine gelungene Web-Kampagne, die uns mit tollen stories gefangen nimmt.

MINI hat sich mit den lasterhaften Experten des Magazines „Vice“ zusammengetan und nun präsentieren sie uns „all the wrong places“:

 

Hinter dem Ankündigungstrailer stehen bislang 3 kurze Videos, die uns – jeder auf seine Art – was von den falschen Plätzen erzählen (ich lernte im Studium damals, dass, wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist, man zum Helden wird – oder zum Märtyrer) :

 

Wie angenehm: Das Produkt drängelt sich nicht nervend in den Vordergrund, ist aber trotzdem sehr präsent, die stories verblüffen und überraschen uns und werden augenzwinkernd mit tollen Bildern inszeniert. Es gibt also – Gott sei Dank! – auch noch gute Beispiele für virales story-telling…

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We are all workers

we are all workers

Auf den ersten Blick scheint es sich hier um die übliche Jeans-Reklame zu handeln: Die Hose des Arbeiters, robust und widerstandsfähig und – zumindest wenn es eine Levi’s ist – kein modisches Chichi.

Neben coolen Plakaten noch einen schönen, schwer pathetischen Werbespot – Jeans wollen ja auch verkauft werden…

 

Doch es lohnt der 2. Blick, denn Levi’s hat hier ein großes, sehenswertes Projekt gestemmt. Braddock in Pennsylvania ist nach der Pleite seiner Stahlfabriken eine verfallene, sterbende Stadt. Die jungen Leute wandern aus, es fehlt das Geld, öffentliche Gebäude zu sanieren und viel schlimmer, es fehlt jegliche Hoffnung.

Levi’s, durchaus geschichtsbewusst, entsandte neue, urbane Pioniere, die Braddock beim Wiederaufbau helfen sollten:

Sieht immer noch nach Werbung aus – aber nicht mehr so schlimm 🙂

Unendlich viel spannender und berührender ist jedoch die 11teilige Dokumentation dieser Arbeit und der Bürger von Braddock, die durch diese Aktion wieder neue Hoffnung schöpfen. Bei aller Absicht von Levi’s, Hosen zu verkaufen, so ist diese Aktion doch ehrlicher und authetischer als vieles vergleichbares, was ich bisher gesehen habe.

Es geht hier um einen ur-amerikanischen Mythos, und der damit verbundere Pathos mag uns manchmal befremdlich erscheinen; es lohnt sich jedoch sehr, sich die Zeit zu nehmen, um sich die 11 Folgen bei youtube anzusehen.

Die mediale Auferksamkeit hat sich, neben dem „Ausschlachten“ für eigene Werbezwecke, für Levi’s gelohnt, dennoch haben sie auch die Glaubwürdigkeit ihres Markenkerns stark aufgeladen – und was wirklich Gutes getan.

 

 

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Wir lieben Überraschungen!

Wenn es darum geht, unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen und eine Botschaft gut zu verankern, dann dient  die Überraschung als  gutes Element dazu in der Kommunikation.

Wir alle haben unsere Denkschemata, die uns helfen vorherzusagen, was als nächstes passieren wird (und welche Entscheidung wir daher treffen sollten). Scheitern unsere Voraussagen, dann aktiviert dieser Überraschungseffekt unsere Aufmerksamkeit, denn vielleicht müssen wir unsere Schemata ja für die Zukunft anpassen….

Natürlich kann mit diesen Erwartungen auch ganz bewusst gespielt werden:

Wenn ein Ereignis überraschend sein soll, darf es nicht vorhersehbar sein – damit aber eine Überraschung befriedigend ist, muss sie nachvollziehbar sein. Reine Effekthascherei wirkt da kontraproduktiv:

Natürlich setzt auch das Guerilla-Marketing erfolgreich auf den Überraschungseffekt:

– der sich im Fall von Ikea auch mit deutlich erhöhter Aufmerksamkeit bezahlt gemacht hat.

Damit die Überraschung wirkt, muss herausgefunden werden, was an der Botschaft den Erwartungen der Zielgruppe widerspricht, denn die Botschaft muss so vermittelt werden, dass die Erwartung der Adressaten im entscheidenden Augenblick widerlegt wird.

Der gesunde Menschenverstand ist der Feind einer einprägsamen Botschaft!

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Echte Fans sind unbezahlbar

Es gibt Geschichten die uns die Unternehmen erzählen – mal als Werbung, mal als PR, mal mehr, mal weniger authentisch, unterhaltsam und fesselnd.

Wenn Kunden und Nutzer sprechen, dann zumeist nur von den negativen Seiten eines Produktes – ist ja auch viel spannender – und durchaus menschlich. Nichts enttäuscht mehr als auf die Frage „Wie war dein Urlaub?“ die Antwort „Oh, toll,  super Wetter, 1a-Hotel, prima Essen…“ zu erhalten.  Um wieviel unterhaltsamer wird das Gespräch doch, wenn die Antwort lautet: „Du kannst es dir nicht vorstellen: Kaum bin ich ins Flugzeug gestiegen, ging der Ärger schon los….“

Doch es gibt auch noch Fans. Die mit Herzblut bei einer Sache sind. Nur sind die meistens etwas schweigsamer. Dank Internet lernen wir aber auch diese immer häufiger kennen. Und ihre Geschichten können richtig bewegend sein:

Für Unternehmen sind diese Fans und deren Stories unbezahlbar. Man darf dabei nur nicht den Fehler machen, Fans dazu zu treiben, Geschichten zu erzählen. Sondern einfach nur mit seinen Produkten, seinen Dienstleistungen, seinen Visionen die Kunden so begeistern, dass sie zu Fans werden. Der Rest kommt dann von selbst 🙂

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talketing is story-telling

Wenn ich Gespräche initiieren und gestalten möchte, dann muss ich mir vorab nicht nur darüber klar werden, welchen Inhalt ich kommunizieren möchte, sondern auch, welche Form ich dafür wählen muss.

Simples Absondern plumper Marketing-Botschaften reicht schon lange nicht mehr aus, um im umkämpften Markt der Aufmerksamkeit beachtet zu werden. Der Adressat unterscheidet nur zu genau in das, was für ihn relevant und interessant ist und den Rest – nämlich Müll.

Als Allheilmittel wird im Moment das story-telling angesehen: Wir sehen am Beispiel des „Manufactum„-Katalogs, wie die kleinen Geschichten zu den Produkten enorm zur Wertsteigerung beitragen, doch auch hier gilt: Geschichten erzählen ist nicht schwer, gehört zu werden dagegen sehr.

Wie so häufig lohnt sich ein Blick über den Tellerand: Sebastian Rudolph zeigt in dem Blog PR-Fundsachen anhand der Serie „Lost“ auf, wie gutes story-telling aufgebaut sein sollte. Wenn die Bereitschaft, sich mit Inhalten auseinanderzusetzen schwindet und wir zusehends in der Informationsflut unterzugehen drohen, muss der Erzähler uns zunächst eine Plattform anbieten, eine Hauptbühne, von der aus sich alle weiteren Stränge entwickeln können, aber auch wieder zurückführen. Insbesondere, wenn viele verschiedene Nebenbühnen die Geschichte beleben – z.B. auch indem wir crossmedial arbeiten, also viele verschiedene Medien nutzen -, ist der rote Faden von großer Bedeutung. Denn dieser hält uns als Empfänger nicht nur bei der Stange, sondern er bindet uns in eine Community ein – wenn er zu fesseln vermag!

Was fesselt uns? Menschen! Denn Menschen erzählen Geschichten, Geschichten erzählen von Menschen. Es sind Menschen, die langweilige und abstrakte Themen in fesselnde Geschichten verwandeln. Daher sollten auch wir nicht als Firmen oder Unternehmen sprechen, sondern als Mitarbeiter, Gründer, Unternehmer, und unsere Geschichte erzählen, oder die der Menschen, mit denen wir arbeiten, oder die der Menschen, für die wir arbeiten. So sehr uns Apple-Produkte interessieren, so ist es doch Steve Jobs, der die Marke mit seiner Aura gefüllt hat.

Und auch eines der erfolgreichsten Bücher erzählt von Menschen: die Bibel. Auch das zweiterfolgreichste: Harry Potter. Nur das mit der drittgrößten Auflage nicht: der IKEA-Katalog. Oder doch…..? 🙂

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