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Jetzt kommt Kate – arte wird transmedial

Geschichten erzählen, Storytelling, öffnet über das Ohr unser Herz und unser Hirn – und oft auch unser Portemonnaie,  daher ist es heutzutage aus dem Marketing nicht mehr wegzudenken, wenn es um Wertschöpfung geht.

Transmediales Storytelling ist nun der Versuch, eine Geschichte auf vielen unterschiedlichen Kanälen zu erzählen – und das meint nicht, die gleichen Inhalte in verschiedene Kanäle zu stellen, sondern in den unterschiedlichen Medien die Geschichte in verschiedene Richtungen oder unter anderen Aspekten fortzusetzen.

Eine große Herausforderung, der sich im April der Sender „arte“ stellen will: „About:Kate“ wird nämlich nicht nur eine 14teilige Serie sein über eine junge Frau, die sich im Netz verloren hat und die sich freiwillig in eine Nervenklinik einweist, um herauszufinden, wer sie wirklich ist,

sondern uns auf vielerlei Weise tief in die Geschichte hineinziehen: Auf der dazugehörigen Website können die Zuschauer auch zwischen den Ausstrahlungen Kate fast schon stalken: Wir können verfolgen, wohin sie surft, was sie im Internet hört, welche Beiträge sie für Foren verfasst usw. – in Echtzeit.

Damit nicht genug, schon heute können wir Kate Harff, so heißt die junge Protagonistin, auf Facebook folgen, uns mit ihr befreunden und sie bereits einen Monat vor der Sendung der ersten Episode am 27. 4. kennen lernen. Für iOS und Android gibt es ab April dann noch eine kostenlose App: Die Fragen, mit der Kate während ihrer Therapie konfrontiert werden wird, wird auch der User auf sein Smartphone erhalten. Doch mehr noch: Die App erkennt Tonsequenzen der Serie und verknüpft sich dann von alleine mit dieser.

Zu guter Letzt setzt arte auf die Kreativität seiner Zuschauer und fordert auf, seine Creative-Plattform für Videos und Fotostrecken zu nutzen. Ab der dritten Folge sollen Teile dieses Contents dann in die Dramaturgie der Serie eingebaut werden – der Zuschauer wird zum Gestalter.

Ein sehr spannendes Projekt, auf das ich mich schon außerordentlich freue.  Die Macher, unter ihnen Produzent Christian Ulmen, wollen mit diesem Experiment auf die sich verändernden Sehgewohnheiten eingehen, denn schon heute twittern die Zuschauer via „Couchfunk“ ihre Kommentare zu einer Sendung oder sind mit ihrem Tablet online, um zu chatten oder Hintergrundmaterial zu suchen. Wird das also das Fernsehen der Zukunft werden?

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Wenn Marken Filme drehen – storytelling extrem

Product Placement war gestern – könnte man trotz der vielen, gut platzierten Marken im kommenden Bond „Skyfall“ meinen. Hier nur ein Beispiel:

Immer mehr Firmen gehen jedoch dazu über, sich nicht mehr nur als Beiwerk in einem Film zufrieden zu geben, sondern prdouzieren lieber selbst gleich einen Film, in der sie ihre Marke perfekt in Szene setzen können. „Branded Entertainment“ heisst das Zauberwort, das uns neuerdings jede Menge Filmchen beschert.

Denn der 30-Sekunden-Spot reicht schon lange nicht mehr aus – heute müssen, den Seh- und Filmgewohnheiten des Publikum angepasst, spannende, aufregende Stories inszeniert und erzählt werden. Und dank YouTube lassen sich diese teuer produzierten Filme sehr günstig viral, verbreiten.

H&M punktet aktuell mit unheimlicher Atmosphäre, um ihre neue Männerkollektion zu präsentieren:

Noch aufwändiger treibt es die T-Com, die Mads Mikkelsen gleich durch acht Länder jagt – hier der Trailer, die ersten beiden Episoden sind bereits online:

Und bei Mercedes hat man MacGyver reaktiviert für eine kleines, feines Revival:

Es geht hier eben nicht mehr um Werbung, sondern darum als Marke eines der liebsten Felder der Konsumenten zu besetzen: die Welt des Entertainment. Nicht mehr störend als Unterbrechung, sondern als Anbieter von Inhalten. Es ist daher auch nur noch eine Frage der Zeit, bis wir ins Kino gehen und Eintritt dafür bezahlen werden, um – ganz offiziell – einen T-Com, Mercedes oder McDonalds-Film zu sehen.

Storytelling extrem, denn dann werden wir kaum noch merken, dass es Marken und Unternehmen sind, die uns die bunten Geschichten erzählen…

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Lesen Sie diesen Eintrag NICHT!!

„Was verboten ist, macht gerade scharf.“ Nun gut, man könnte meinen, dass das wirklich ein alter Hut ist, aber anscheinend erreicht die Aufforderung, etwas nicht zu tun, immer noch die gegenteilige Wirkung.

So funktioniert jetzt scheinbar auch der neue „AXE-Effekt“: Benutzt bloß nicht unser Deo!!!

Als Spot im Apokalypse-Look eher langweilig, da hat man die Erde schon besser untergehen gesehen…

Immerhin aber schon viel besser als die Vorgänger-Variante, die so gänzlich anarchie-los daherkommt:

Dabei ist die Grundidee ja ganz niedlich: Unwiderstehliche Anziehungskraft wirkt anarchisch und garantiert das Chaos. Natürlich kann AXE diese Geschichte viel besser erzählen als in den ersten beiden Beispielen:

Fazit: Die gut erzählte Story wirkt immer noch besser als der Aufruf, etwas nicht zu kaufen…

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Wir lieben Überraschungen!

Wenn es darum geht, unsere Aufmerksamkeit zu gewinnen und eine Botschaft gut zu verankern, dann dient  die Überraschung als  gutes Element dazu in der Kommunikation.

Wir alle haben unsere Denkschemata, die uns helfen vorherzusagen, was als nächstes passieren wird (und welche Entscheidung wir daher treffen sollten). Scheitern unsere Voraussagen, dann aktiviert dieser Überraschungseffekt unsere Aufmerksamkeit, denn vielleicht müssen wir unsere Schemata ja für die Zukunft anpassen….

Natürlich kann mit diesen Erwartungen auch ganz bewusst gespielt werden:

Wenn ein Ereignis überraschend sein soll, darf es nicht vorhersehbar sein – damit aber eine Überraschung befriedigend ist, muss sie nachvollziehbar sein. Reine Effekthascherei wirkt da kontraproduktiv:

Natürlich setzt auch das Guerilla-Marketing erfolgreich auf den Überraschungseffekt:

– der sich im Fall von Ikea auch mit deutlich erhöhter Aufmerksamkeit bezahlt gemacht hat.

Damit die Überraschung wirkt, muss herausgefunden werden, was an der Botschaft den Erwartungen der Zielgruppe widerspricht, denn die Botschaft muss so vermittelt werden, dass die Erwartung der Adressaten im entscheidenden Augenblick widerlegt wird.

Der gesunde Menschenverstand ist der Feind einer einprägsamen Botschaft!

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