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Schwülst, Bombast, Pathos: der schlimmste Werbespot 2013

… und wahrscheinlich auch einer der teuersten, denn hier ist alles kostbar – selbst der Music-Score wurde von niemand geringerem als Hans Zimmer geschrieben:

Nein, das ist nicht der Trailer für ein kommendes Kino-Highlight, sondern Werbung für den Duft Shalimar von Guerlain, der zumindest damals in den 80er durchaus beliebt war. Und es ist storytelling de luxe, denn erzählt wird hier vor atemberaubender Kulisse (und mit reichlich nackter Haut, zumindest für youtube) die Legende des mogulischen Kaisers Shah Jahan und seiner übergroßen Liebe zu seiner Frau Mumtaz Mahal im 17. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Diese bittersüße Geschichte inspirierte 1925 Jacques Guerlain derart, das er den Duft „Shalimar“ schuf, benannt nach den Gärten von Muhals Palast (sage mir hier niemand, man würde bei talketing nichts lernen…).

So, und wenn dann nun bitte auch alle schmachtenden Damen wieder aus ihrer Ohnmacht erwachen würden, den Duft gibt es schon für die klitzekleine Investiiton ab 50 Euro und riecht übrigens genauso barock wie die Inszenierung des Clips….

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Greg Karber vs Abercrombie & Fitch

… oder David gegen Goliath. Ein Mann (ursprünglich einmal alleine) gegen den großen häßlichen Konzern. Oder: Der Versuch, eine Marke umzubranden.

Worum geht es? Greg Karber stört sich daran, dass Abercrombie & Fitch in seiner Marketingstrategie einen sehr radikalen Ansatz verfolgt: „Wir wollen nur die coolen, schlanken Kunden, der Rest kann uns mal.“ – arg verkürzt formuliert. Was so in den 80ern durchaus noch üblich war und auch heute noch zu hyperventilierenden Teenies führt, ist für Karber ein gr0ßes NO GO.

Seine Idee, um dagegen anzugehen, ist nun recht simpel: Schlage den Konzern mit seinen eigenen Waffen – und das heißt in diesem Fall: Re-brand! Aber seht selbst:

7,5 Mio Klicks auf das Youtube-Video, weltweites Media-Coverage auf allen Kanälen (nur ein Beispiel hier) und Tweets nonstop mit der Folge, dass der A&F-Social Media Manager schon entnervt das Handtuch geworfen hat… Und nach Dave Carrol und seinem Song gegen United („United breaks Guitars„) wieder einmal ein Beweis dafür, dass heutzutage ein Einzelner mit Kenntnis und unter Einsatz der sozialen Medien großen Unternehmen durchaus wehtun kann.

Marketing wird nicht leichter, sondern immer schwieriger – und vielleicht sollte man diese Episode zum Anlass nehmen, doch verstärkt über „ethisches Marketing“ nachzudenken….

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Von der Sprite-Dusche bis zum Nachrichten-Becher: Ambient & Guerilla aktuell

Für alle, die später zugeschaltet haben: Bei diesem Blog geht es hauptsächlich darum, wie man ins Gespräch kommt – jenseits der klassischen Werbung. Also mit below-the-line-Maßnahmen wie Ambient Media, Guerilla Marketing oder auch Product Placement.

Genug der einleitenden Worte, weltweit haben sich die Agenturen wieder von ihrer kreativen Seite gezeigt, wenn es darum ging, Botschaften den Konsumenten näher zu bringen. Habt ihr schon ‚mal unter einem Getränkespender geduscht?

In bella Italia lautete die Aufgabe hingegen, wie man die Menschen am besten zum Spielen verführen kann:

Wir Deutschen sind ja weniger verspielt und eher grober Natur…

Und natürlich darf auch das stille Örtchen als Ort wirkungsvoller Inszenierungen nicht fehlen:

Abschließend noch ein gelungenes Beispiel, wie sich mit solchen Aktionen in der Tat auch die Awareness steigern lässt:

Gerade durch die virale Verbreitung via Youtube und den sozialen Netzwerken (und diesen komischen Bloggern) erhöht sich die Zahl der mit dieser Aktion erreichten Menschen wesentlich – was auch vollkommen in Ordnung ist, solange sie uns Spaß bereiten und gut unterhalten!

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Schlechter Atem wirkt echt umwerfend…

Im Gegensatz zum Ambient Marketing (s. Rainvertising) ist Guerilla-Marketing stets aktionsbetont. Meistens erreichten diese Aktionen jedoch nur wenige Menschen; dank der viralen Verbreitung z.B. via YouTube und Facebook (und diesen komischen Blogs…) wird der Wirkungskreis jedoch stark erhöht.

Soviel zur grauen Theorie, schauen wir uns lieber die bunte Praxis an (und GottseiDank gibt es noch kein Geruchsyoutube…):

Ich geh dann mal Zähne putzen… und gurgeln…

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Virales viral erklärt

Virales Marketing entstand, als die Epidemologen sich darüber Gedanken machten, wie Krankheiten entstehen und sich ausbreiten, also: Wenn in der New Yorker U-Bahn jemand niest, wie lange dauert es dann, bis ganz New York einen Schnupfen hat? Und wie kann diese Kette unterbrochen werden – wenn überhaupt?

So eine Botschaft ist ja eigentlich auch nichts anderes als ein Virus, dachte sich da das Marketing und machte sich über die Ergebnisse her. Wer muss mit meiner Botschaft angeniest werden, damit er sie (natürlich möglichst kostenfrei) von sich aus weiter verbreitet – und wen muss man anniesen, damit das schneller geht?

Virales Marketing funktioniert natürlich noch viel besser, seit es YouTube und Social Media gibt, denn wir müssen ja heute nur noch auf „teilen“ klicken, um das, was uns gefällt, an alle anderen weiterzustreuen.

Nun gibt es aber immer noch Krankheiten, die sich viral ausbreiten, wenn man sich nicht schützt – nur: Wie macht man das der jungen Zielgruppe klar? Ganz einfach: Indem man einen Virus viral verbreitet!

Wirkt besser als jedes Aufklärungsplakat… wetten?

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Neuer Trend? YouTube Clipnapping

Ach , das Leben ist doch so schön, wenn man ein wenig prokrastinieren kann – und wie geht das besser als mit einer Tasse dampfenden Kaffee und all den lustigen Clips auf Youtube: Katzen, Babys, Pleiten, Pech, Katzen, Pannen, Katzen….

Wie kann man es nun mit unserer Abgelenktheit aufnehmen, wenn man etwas richtig Wichtiges sagen will? Ganz einfach: Indem man sich an die ollen Griechen erinnert – ihr wisst schon, die Geschichte mit dem Trojanischen Pferd – und anderer Menschen Inhalt als Medium nutzt:

Guerilla-Marketing mit Schock-Effekt – ungewöhnlich, aber wirkungsvoll!

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Billig, schäbig – Kult

Das Hans Brinker Budget Hotel in Amsterdam ist berühmt-berüchtigt für all das, was es nicht hat: Charme, Komfort, Service. Zum Beispiel eine Kellerbar mit eingeschränkter Beleuchtung und keinerlei Frischluft, in der nur wenig verwässertes Bier serviert wird.

Trotz, bzw. besser gerade deswegen erfreut sich das Hotel größter Beliebtheit bei Budget-Travellern weltweit, so dass sich die Hotelleitung nun entschlossen hat, die faule, untätig rumsitzende Werbeagentur zu feuern und stattdessen die eigenen Fans dazu aufzurufen, Werbeclips zu drehen:

 

Auf dem eigenen YouTube-Kanal können die User nun ihre Ideen zur Bewerbung des schlechtesten Hotels hochladen. Und wir können uns dort die.. ähem… leicht verstörenden Ergebnisse angucken, wie zum Beispiel dieses hier:

 

Unterm Strich eine gut gemachte, zielgruppengenaue virale und interaktive Kampagne (und ich hab es mal wieder geschafft, alle wichtigen Schlagwörter in einem Satz unterzubringen 🙂 ).

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PR 2.0: Wiesenhof-Chef kocht Bloggerin

Upsi, da hab ich doch glatt das „mit“ vergessen: „Wiesenhof-Chef kocht mit Bloggerin“… naja egal, was tut man nicht alles für die Aufmerksamkeit…

Ungewöhnliches ist passiert – und ich muss an dieser Stelle voraus schicken, dass es im folgenden NICHT um die Zustände bei der Firma Wiesenhof geht. Da habe ich meine ganz eigene Meinung dazu – und jeder möge sich seine bilden. Aber der Hähnchen-Betrieb „Wiesenhof“ steht schon geraume Zeit in der Kritik, nicht erst seit der Ausstrahlung der ARD-Reportage Ende August.

Dann stolperte ich jedoch in der Marketing-Zeitschrift  w&v über die Meldung, dass Wiesenhof-Chef Paul-Heinz Wesjohann sich mit der Bloggerin Sina Trinkwalder zum Kochen getroffen hat. Das wäre nun nicht ganz so weltbewegend, hätte Trinkwalder nicht im Rahmen ihres Blogs „manomama“ zuvor einen offenen Brief an Wiesenhof und Wesjohann veröffentlicht:

„Darf ich ehrlich sein? Ich bekam Mitleid. Da sitzt ein erfahrener, alter Unternehmer, und das darf man bei 50 Jahren Hühnerengagement sicherlich sagen, auf einem hölzernen Stuhl – und zeigt vor laufender Kamera, was am Ende herauskommt, wenn man jahrelang neokapitalistisch und rein wachstumsorientiert wirtschaftet: Sie haben Ihre Zahlen im Griff. Ihren Laden, so scheint es, längst nicht mehr. Und die von Ihnen propagierten Werte stecken tief in der – richtig, Hühnerkacke.“

Natürlich wurde dieser Blog-Eintrag diskutiert und kommentiert, doch auf einmal tauchte dort folgender Kommentar auf:

Sehr geehrte Frau Trinkwalder,
vielen Dank für Ihren offenen Brief, den ich eben gelesen habe. Ich sehe die Dinge erfahrungsgemäß anders als Sie. Ich habe einen Vorschlag, da ich weniger häufig Blogkommentare schreibe: Lernen Sie uns kennen und urteilen Sie selbst über Tierhaltung, Arbeitsbedingungen und die Menschen bei Wiesenhof. Egal ob bei Ihnen in Bayern oder hier in Niedersachsen.

Herzliche Grüße
Paul-Heinz Wesjohann

Und in der Tat, die beiden trafen sich, kochten miteinander und tauschten sich lange über Aufzucht und Haltung von Hühner aus:

 

Sina Trinkwalder ist als „etablierte“ Bloggerin über den Vorwurf erhaben, sie habe sich hier vor den Karren der Wiesenhof-PR spannen lassen. Bemerkenswert finde ich vielmehr, dass hier der Chef selbst (anscheinend – vielleicht kam der Kommentar ja auch nur von einem PR-Mitarbeiter) Äußerungen über das Unternehmen im Social Media Bereich nicht nur mitverfolgt, sondern sich auch dazu äußert.  Und sich dann nicht der Presse stellt, sondern in der Tat sich mit der Bloggerin trifft und seinen Standpunkt äußert – natürlich wohlwissend, dass der Mitschnitt via Youtube seine Verbreitung finden wird. Die muss noch nicht einmal zahlenmäßig groß sein – es reicht aus, wenn zuvor eher ablehnend eingestellte Kritiker damit erreicht und in ihrem Denken über Wiesenhof bereichert werden.

Eine neue Qualität der Öffentlichkeitsarbeit findet hier statt: Jenseits von Pressekonferenzen und Erklärungen in den klassischen Medien macht es durchaus immer mehr Sinn, sich kleinteilig, aber zielgruppengerecht in Position zu bringen. Und natürlich darf das nicht die Aufgabe smarter und aalglatter PR-Berater sein, sondern der Chef muss eben selber ran, wenn es mit der Glaubwürdigkeit stimmen soll.

Wiesenhof wird dadurch sicherlich nicht zu einem besseren Unternehmen – aber es zeigt eine andere, menschlichere Seite. Und es zeigt, dass es nicht nur zuhört, sondern auch Stellung bezieht. Und manchmal kann die Auseinandersetzung mit einer kritischen Bloggerin sinnvoller sein als Pressevertretern…

Abschließend wirft dies nun jedoch noch die Frage auf, wo es hingeht mit den journalistischen Grundsätzen des letzten Jahrhunderts. Was zählt das Rüstzeug des gelernten „Reporters“ noch, wenn immer mehr Bereiche von Bloggern abgedeckt werden – und diese auch eine wachsende Wertschätzung von „offizieller“ Seite erfahren?

Es bleibt spannend…

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The iPad-Girl – schnöde Werbung

Vielleicht habt ihr auch in den letzten Tagen den etwas schrägen Clip vom iPad-Girl in New York gesehen? Nicht? Dann hier:

Ein schönes viral, das schon über 800.000 Mal angesehen wurde – doch handelt es sich hier nicht um eine nerdige Kunstaktion oder eine abgedrehte Verhaltungsforschung, sondern um schnöde Werbung, auch wenn kein Abbinder den Absender nennt. Achtet einmal darauf: Was schaut sich der junge Mann denn für Seiten an? Richtig: Hier wirbt die in den USA neue „Cosmopolitan for Guys“ um Aufmerksamkeit.

Endlich können die US-Jungs erfahren, was Frauen wirklich wollen – direkt von der Quelle, von dem Frauenfachblatt itself! Und natürlich ist die mediale Darreichungsform jungensgerecht für das iPad entwickelt worden. Dennoch: der Spot ist eine gute Idee, clever umgesetzt und erfolgreich viral gestreut – talketing eben….

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der erste Social Media Horror Movie: The Inside Experience

Am 25. Juli geht es los: „Inside“ wird starten, ein interaktiver Film, der Facebooker und Twitterer in die Story mit einbezieht. Hier schon einmal der spooky Trailer:

Die Story ist nun nicht wirklich neu: Hübsches Mädel wird entführt und findet sich eingesperrt  in einem Verlies wieder, wo ihr der Entführer freundlicherweise einen Laptop mit Internetanschluss zur Verfügung gestellt hat. Sie sucht nun via Social Media nach Tipps und Hinweisen, wie sie entkommen kann – und jeder Facebooker und Twitterer kann helfen – in real time. Die besten Tipps werden dann in die Handlung eingebunden, denn der Film wird in Episoden gesendet.

Der Laptop ist dabei nicht zufälligerweise ein Toshiba-Modell, denn Toshiba und Intel präsentieren dieses Projekt, wie man der Website „The Inside Experience“ entnehmen kann. Dort gibt es übrigens auch die Möglichkeit, sich online für eine kleine Rolle in einer der kommenden Folgen casten lassen…

Die Macher selbst beschreiben „Inside“ als ein Social Film Experience, das von DJ Caruso, dem Regisseur von „Disturbia“, umgesetzt wird. Ob dieses Experiment gelingen und ob es Toshiba und Intel etwas bringen wird, wird sich zeigen müssen. Ab 25. Juli heißt es nun zunächst einmal: See you inside!

 

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